Der Traum geht weiter – Kira Claudi holt Silber

27.07.2015 20:22

Banfetalerin bestätigt den Weltcupsieg in Kroatien und gewinnt überraschend auch beim Weltcup in Lettland eine Medaille.

Beim Rollski-Weltcup in Madona (Lettland) feiert der Bergsprint über 200 Meter nach Vorbild des Skilanglaufsprints Premiere. Erstmalig treffen in den Finalläufen vier Sportlerinnen im Kampf "Frau gegen Frau" aufeinander. Kira Claudi, die Sprintkönigin aus Oroslavje, hat noch mit den Reisestrapazen zu kämpfen und läuft im Prolog die fünftschnellste Zeit.

Doch bereits im Viertelfinale findet sie zu ihrer gewohnten Lockerheit zurück, dominiert das Rennen und gewinnt überlegen. Einige hundert Zuschauer säumen die Strecke und treiben die Athleten aus 10 Nationen den Berg hinauf. Es entwickeln sich nun immer heißer umkämpfte Fights mit knappem Ausgang, welche darüber entscheiden eine Runde weiter zukommen. 

Im Halbfinale muss sie bereits gegen die Prologschnellste und die Vierte des Prologs antreten, doch die 20-jährige Deutsche scheint mit dem recht ungewöhnlichen Rollskistart, der erstmalig auch in Doppelstocktechnik durchgeführt wird, kein Problem zu haben und löst als Zweite dieses Laufs das Ticket für das erhoffte Finale. Mit schnellkräftigen Schüben gelingt ihr dort nun ein hervorragender Start und die Wittgensteinerin führt total überraschend das Feld an. Erst nach 150 Metern kommt die Prolgschnellste Linn Soemskar (Schweden) immer näher und fängt die junge Deutsche noch kurz vor dem Ziel ab. Überglücklich überquert Kira Claudi als Zweite die Ziellinie und holt Silber vor der Weißrussin Kaminskaya. Margarita Voronina aus Russland, die Prologzweite, hat in diesem fünften Lauf keinen Einfluss auf die Medaillenvergabe und erreicht abgeschlagen das Zeil.

Da es sich um vier  kräftezehrende Sprints mit ungewöhnlicher Steigung handelte, entschied sich  das "Küken" im Feld dazu, auf die folgenden Wettkämpfe in Lettland zu verzichten. Kira Claudi tauscht nun ihre schnellen Rennroller gegen langsame Trainingsroller aus und reist zum Blinkfestival nach Norwegen, wo sie - als erste deutsche Rollskisportlerin überhaupt - die Gelegenheit hat, gegen die Weltspitze der Skilanglaufszene anzutreten. Man darf gespannt sein, wie die junge Rollskisportlerin mit den für sie ungewohnten langsamen Rollen und der überaus langen 1,2 Kilometer Sprintstrecke zurecht kommt. Das Privileg,  eine "Wildcard" zu erhalten und an diesem Großereignis teilnehmen zu dürfen ist bereits ein großer Erfolg für das deutsche Rollskiteam. Lediglich vier Sportler der Weltcup-Rollskiszene dürfen an dem größten Sommerevent der Skilangläufer teilnehmen.

 

 

 

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