Kira Claudi glücklich über Bronze bei der Weltmeisterschaft

28.09.2015 20:52

Kira Claudi glücklich über Bronze bei der Weltmeisterschaft

Ein Traum geht in Erfüllung – Kira Claudi triumphiert in Italien und gewinnt die Bronzemedaille im Rollskisprint über 200 Meter 

Nach einer überaus erfolgreichen Weltcupsaison gewinnt Kira Claudi überglücklich die Bronzemedaille bei den Rollski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme (Italien). Die junge deutsche Vorzeigeathletin aus dem Banfetal hat es geschafft und sich als jüngste Sportlerin im stark besetzten Damenfeld bis auf das Siegerpodest vorgekämpft.

Für die beiden heimischen Rollskiathleten Kira Claudi (LBC Banfetal) und Niklas Bender (SV Lützel) waren die diesjährigen Weltmeisterschaften der absolute Saisonhöhepunkt. Spannende Wettkämpfe und hier vor allem die Finalläufe der Sprinter, die erstmals als Abendveranstaltung unter Flutlicht ausgetragen wurden, sorgten für eine tolle Atmosphäre und Gänsehautfeeling.

Im Prolog hatte die Wittgensteinerin Pech, als ihr auf einer der vielen Kanaldeckeln ein Roller wegrutschte und sie sich auf Platz fünf im Feld der weltbesten Sprinter einreihte. Sie verpasste den für die K.o.-Läufe wesentlich aussichtsreicheren Podestplatz nur um wenige hundertstel Sekunden und war zunächst etwas enttäuscht. „Aber wenn man dann mitbekommt, dass sich Mitfavoriten auf den Plätzen acht bzw. neun einreihen, dann sieht man das Ergebnis aus einer anderen Sicht und wird zufriedener“,  schildert Kira Claudi ihre Eindrücke und Gefühle unmittelbar nach dem Rennen. Georg Zipfel, der FIS-Delegierte des Deutschen Skiverbandes, war mit der Prologleistung des deutschen Aushängeschildes mehr als zufrieden: „ Kira ist ein super Rennen gelaufen und hat sich souverän für die kommenden K.o.-Läufe qualifiziert“.

Während Claudi das Achtelfinale gegen Fulcheri aus Italien klar dominierte, entwickelte sich das Viertelfinale gegen die Viertplatzierte Voronina (Russland) zu einem wahren Krimi. Die Deutsche erwischte einen schlechten Start und lag nach 120 Metern bereits eine Rollerlänge hinter der Russin, ehe sie über sich hinaus wuchs, alle Kräfte mobilisierte und gleichauf zog. Ein außergewöhnlich langgezogener Zielschritt rettete schließlich den Sieg, Kira Claudi zog überglücklich ins Halbfinale ein und nun rückte die ersehnte WM-Medaille in greifbare Nähe. Im Halbfinale merkte die junge Athletin, dass sie an diesem Tag keine Chance gegen die spätere Siegerin Gavrilowa  aus Russland  hatte und drosselte das Tempo, um sich für das kommende B-Finale etwas zu schonen.

Im B-Finale geht es dann entweder um den Gewinn der Bronzemedaille oder dem undankbaren vierten Platz. Kira Claudi startete hochkonzentriert und konnte einen souveränen Start-Ziel-Sieg gegen die Prologdritte Maria Privezentseva aus Russland einfahren und sich von den vielen Zuschauern beim abschließenden Schaulauf der Medaillengewinner als Dritte feiern lassen. „Ich bin überglücklich über die Bronzemedaille. Der Patzer im Prolog hätte auch das Aus bedeuten können. Ich bin froh und erleichtert eine WM-Medaille gewonnen zu haben - die Farbe der Medaille spielt dabei keine Rolle. Hauptsache ist, dass ich eine habe! Es lief super, ich habe mich vom fünften Platz in der Qualifikation noch bis auf den dritten vorgekämpft.“, zitiert die italienische Presse das Rollskiass. Unmittelbar nach dem Zieleinlauf nahm Kira Claudi schon die ersten Glückwünsche aus Deutschland entgegen – viele Fans hatten die Rennen im Internet live verfolgt und es sich nicht nehmen lassen, ihr für diesen sensationellen Erfolg zu gratulieren.

Die anschließende Flower-Zeremonie auf der Ziellinie, die Interviews mit Presse und Fernsehen waren beeindruckende Momente, die ebenso wie die würdige Siegerehrung auf dem Rathausplatz mit dem  Einmarsch der Medaillengewinner und dem Hissen der Nationalflaggen Kira Claudi noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Für Kira Claudi geht in ihrem ersten Damenjahr eine grandiose Saison zu Ende. Nach dem Weltcupsieg in Kroatien und der Silbermedaille in Lettland gewinnt sie den internen Sprint-Gesamtweltcup vor der Weißrussin Kaminskaya und der Schwedin Soemskar. 

Beim tags darauf stattfindenden Teamsprint musste die Juniorin Anna Rockstroh im Damenteam aushelfen, da Kira Claudi als einzige Dame die deutschen Farben in Val di Fiemme vertrat. Hatten die Beiden im vergangenen Jahr beim Weltcupfinale auf der gleichen Strecke die Goldmedaille in der Juniorinneklasse erobert, so hatten sie diesmal leider keine Chance gegenüber den besten Nationen. Sie belegten den sechsten Platz bei den Damen und auch das Juniorenteam mit Niklas Bender reihte sich auf Platz sechs ein.

Bereits einen Tag zuvor belegte der Siegerländer beim 10 Kilometer Berglauf als bester Deutscher einen guten 14. Platz in der Juniorenklasse. Im Sprintrennen schied er bereits nach dem Prolog aus und wurde 18. Beim abschließenden Massenstartrennen über 19 km belegte Niklas Bender den 19. Platz

 

 

 

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